Fangtechnik, Falltechnik, 1-gegen-1: Was Torhüterinnen im Girls Camp trainiert haben

Servus! Am 11. Oktober 2026 stand beim Girls Camp 2026 „She Keeps the Game“ auf dem Gelände der FT Starnberg 09 die Entwicklung im Tor im Mittelpunkt. Bei der zweiten Ausgabe des Girls Torwartcamps in Starnberg habe ich gemeinsam mit Bettina Horváth gearbeitet. Nach der Premiere in den Pfingstferien 2026 ging es beim Torwarttraining für Mädchen wieder um eine einfache Frage: Welche Grundlagen helfen jungen Torhüterinnen, im Spiel sicherer und mutiger zu handeln?
Girls Camp 2026: Torwarttraining für Mädchen am Starnberger See
Bettina ist Torwarttrainerin der U15 des FC Bayern München und im Umfeld der ungarischen Juniorinnen-Nationalmannschaft tätig. Die Teilnehmerinnen kamen aus verschiedenen Landkreisen; darunter war auch eine Torhüterin aus dem ungarischen Juniorinnen-Nationalteam. Organisiert wurde das Camp von GoalConnect Sandra. Auf dem Platz verantwortete ich als Anbieter gemeinsam mit Bettina das Training.
Unsere Schwerpunkte waren Koordination, Fang- und Falltechnik sowie Stellungsspiel im 1-gegen-1. Diese Grundlagen gelten für Torhüterinnen und Torhüter gleichermaßen. Entscheidend ist, Übungen an den jeweiligen Entwicklungsstand anzupassen, verständlich zu erklären und Zeit zum Lernen zu geben.
Koordination: Den Körper bewusst steuern
Im Tor müssen Füße, Hände und Blick zusammenarbeiten. Koordination bedeutet, Bewegungen passend zur Situation zu steuern: kleine Schritte zum Ball, ein stabiler Stand und ein rechtzeitiger Wechsel der Richtung. Wer sich gut orientiert, kann eine Fangbewegung aus einer günstigeren Position beginnen.
Mir ist wichtig, nicht nur schnelle Füße zu sehen. Eine Bewegung soll kontrolliert bleiben. Junge Torhüterinnen und Torhüter dürfen zunächst langsam ausprobieren, wie sich ihr Körper ausrichtet. Erst wenn das Zusammenspiel gelingt, werden Aufgaben anspruchsvoller. Koordination ist deshalb kein Extra neben der Technik, sondern ihre Grundlage.
Fangtechnik: Zum Ball arbeiten und ihn sichern
Beim Fangen geht es nicht allein um die Hände. Stellung zum Ball, Körperhaltung und die Bewegung der Arme gehören zusammen. Je nach Höhe und Flugbahn braucht der Ball eine passende Aufnahme. Ziel ist, ihn kontrolliert zu sichern und nicht unnötig wieder ins Spiel abzugeben.
Ich schaue darauf, ob die Bewegung vorbereitet ist und die Hände dem Ball entgegengehen. Dabei erkläre ich den Zusammenhang zwischen Fußarbeit und Fangposition. Wiederholungen helfen, ein Gefühl für den Ball zu entwickeln. Wichtig bleibt: Sicherheit vor Tempo. Nicht jede misslungene Aufnahme ist ein Mangel an Mut; oft braucht ein kleiner Teil der Bewegung noch Aufmerksamkeit.
Falltechnik: Kontrolliert zum Boden kommen
Bälle außerhalb der eigenen Reichweite erfordern eine Bewegung zum Boden. Falltechnik verbindet das Erreichen des Balls mit einem kontrollierten Bodenkontakt. Körper und Ball sollen so geführt werden, dass die Aktion nicht in einem unkontrollierten Aufprall endet.
Gerade bei jungen Torhüterinnen und Torhütern gehe ich schrittweise vor. Zuerst steht das Bewegungsgefühl im Vordergrund, anschließend kommen weitere Aufgaben dazu. Untergrund, Belastung und Erfahrung müssen passen. Das ist kein Versprechen, Verletzungen auszuschließen. Eine sorgfältig aufgebaute Technik kann aber dabei helfen, sich beim Fallen wohler zu fühlen und Bewegungen bewusster auszuführen.
Stellungsspiel im 1-gegen-1: Wahrnehmen und entscheiden
Im direkten Duell zählt nicht nur die letzte Abwehrbewegung. Schon vorher sind Position, Abstand und Timing wichtig. Wo ist der Ball? In welche Richtung bewegt sich die angreifende Spielerin oder der angreifende Spieler? Kann ich noch aufrecht reagieren, oder ist eine andere Lösung nötig?
Ich möchte, dass Torhüterinnen und Torhüter Situationen lesen, statt immer dieselbe Bewegung abzurufen. Dazu gehört, den Schusswinkel zu berücksichtigen und vor der nächsten Aktion handlungsfähig zu bleiben. Entscheidungen dürfen besprochen und erneut ausprobiert werden. Selbstvertrauen entsteht nicht durch Zurufen allein, sondern auch dadurch, eine Situation zunehmend zu verstehen.
Wie es im Einzel-, Kleingruppen- und Fördertraining weitergeht
Ein Camp gibt gemeinsame Impulse. Im Einzeltraining können wir anschließend genau die Bewegung herausgreifen, die noch Unterstützung braucht. In kleinen Gruppen lassen sich unterschiedliche Spielsituationen erleben und Beobachtungen miteinander teilen. Förderung bedeutet für mich, den nächsten sinnvollen Schritt zu finden – passend zum Kind, nicht zu einem starren Leistungsbild.
Torhüterinnen und Torhüter sollen dieselben Chancen auf gutes Training bekommen. Das Girls Camp ist ein Beitrag dazu. Weitere Girls Camps sind in Planung. Wenn du Torwarttraining in Starnberg oder rund um den Starnberger See suchst, schreib mir gerne. Gemeinsam schauen wir, wie dein Kind an diesen Grundlagen weiterarbeiten kann.
Vereinsangaben beschreiben die sportliche Laufbahn der Trainerinnen und Trainer. Es besteht keine Kooperation mit dem FC Bayern München oder dem DFB.
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